Homepage von Albert Hirschbichler

Geschichten und Bilder

Vorbemerkung

Die Geschichte darf, obwohl gewisse Passagen, Körpersprache und evolutionsbiologische Hintergründe weiblichen Verhaltens 

betreffend, durchaus dem Forschungsstand entsprechen, doch nicht ganz ernstgenommen werden. 


Schokoladenskiurlaub mit Gisela 

(1995) 

Beobachtungen zur Humanethologie im winterlichen Hochgebirge


Durch eine ungewöhnliche Mars-Venus Konstellation ergab es sich in den Tagen des Februar 1995, daß ausgerechnet ich von höheren Ordnungen als Tourenbegleiter der für ihre Widerstandskraft gegenüber zwischenmenschlichen Annäherungsversuchen in einschlägigen Kreisen wohlbekannten Reichenhaller Alpinistin Gisela K. für vier Tage nach Großarl berufen wurde.

Gisela hatte einen Tag eher frei und war in ihrer Eigenschaft, nie Zeit unnütz verstreichen zu lassen, bereits vorausgefahren. Am späten Abend des Vortages meiner Abreise ruft Fritz an und gibt mir einen Tip unter Bergkameraden: ”Schokolade..., das einzige was sie schwach macht und wo sie wirklich drauf steht, ist Schokolade...” Im Hintergrund höre ich seine liebe Frau Gabi etwas von ”Kindsköpfe” und ”unmöglich” klagen, so beenden wir das Gespräch für heute lieber.

Gott sei Dank habe ich in meiner Bude für den Kriegsfall oder andere eventuelle Zeiten der Nahrungsverknappung neben einigen Pfund Zucker, Fisch- und Konservendosen immer auch eine größere Menge Schokolade gelagert. Bis zur letzten Tafel packe ich alles ein. ”Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt...” Zum ersten Mal begreife ich den tieferen Sinn dieses Werbespruches. Vorsichtshalber durchforste ich noch meinen Parfümvorrat nach einem als flankierende Maßnahme geeigneten Duft. ”Obsession”, da haben wir es, das ist genau das richtige... Bei der Gelegenheit fällt mir ein, daß die Mitnahme meines kleinen Reisewaschbeutels auch nicht schaden könnte.


Am nächsten Morgen um 9.00 Uhr treffe ich in Großarl ein und finde auch gleich die von Gisela am Vortag ausgewählte Pension. Meine Hoffnung, daß im überfüllten Großarltal doch sicher bestenfalls ein Doppelzimmer, aber doch nie zwei Einzelzimmer in der selben Herberge frei sein können, zerschlägt sich sogleich. In der Pension sind wir vorläufig die einzigen Gäste. Im ersten Stock die Zimmer, alle mit Doppelbett, alle leer... Selbstredend werde ich in ein Zimmer am anderen Ende des Ganges einquartiert. Ein heller Streifen am Horizont: zum Wochenende hin kommen mehr Gäste, da werde sie die Raumverteilung nicht mehr so großzügig gestalten können, sagt die Wirtin. Meine schüchtern vorgebrachte Argumentation, daß wir dann ja doch gleich ein Zimmer nehmen könnten, findet kein rechtes Verständnis, im Gegenteil, augenblicklich verfinstern sich Giselas Gesichtszüge besorgniserregend... Um den letzten Hauch eines Mißverständnisses auszuräumen, zieht die nette Pensionswirtin dann auch sogleich in beiden Zimmern die Bettbezüge von den nicht zu benutzenden Doppelbetthälften ab...


Nun, daß Gisela zwischenmenschliche Beziehungen nicht eben erleichtern würde, war ja von vorneherein klar: ein namhafter und gutaussehender Traunsteiner Bergsteiger hatte sogar schon einmal ein Fußleiden vorgetäuscht, um mit ihr auf der Hütte übernachten zu können, ohne Erfolg, wie man hörte... Fußleiden konnten also gleich aus dem Repertoire erfolgversprechenden Werbungsverhaltens gestrichen werden. Angesichts der Ausgangslage erscheint mir nun aber der Tip von Fritz doppelt wertvoll.

10 Uhr ist es mittlerweile geworden und ich spüre einen Riesenauftrieb. Um meine Kraft und Ausdauer zu demonstrieren schlage ich den weiten und einsamen, noch ungespurten ”Weinschnabel” (ein seltsamer Name) als Tour der Wahl vor. Es ist wirklich noch keine Spur und so marschieren wir das unberührte und urige Schödertal hinein, bis wir nach 1,5 Stunden einen freien Platz erreichen, von wo der eigentliche Gipfelanstieg erst beginnt. Die Sonne scheint in die von 10 cm Pulverschnee bedeckten weißen Flächen. Hier halten wir zu einer kleinen Pause. Der Ort scheint günstig: ohne Umschweife komme ich zur Sache und biete ihr eine Tafel Schokolade an. Gespannt warte ich was kommt...: kaum hat sie das erste Stückchen im Mund, kommt ein Strahlen über ihr Gesicht, sie verdreht die Augen und flötet mit gurrender Stimme: ”mmmhh... Nougat, meine Lieblingsschokolade...” Ich bemühe mich um eine gleichgültige Mine, kann aber ein hintergründig-wissendes Schmunzeln nicht unterdrücken, das ihr nicht entgeht. Ihre Frage nach meinem Grinsgrund kann ich ihr jetzt aber unmöglich beantworten...


Um mich nicht noch verdächtiger zu machen, setze ich die Sonnenbrille mit den verspiegelten Gläsern auf. Beim Weitergehen sinniere ich über vermutliche Wechselwirkungen zwischen Schokolade und Libido. In Schivelbuschs Geschichte der Genußmittel findet sich die hochinteressante Passage, daß diesem ab dem 16. Jahrhundert bekannten, vorwiegend aus Kakao und Zucker bestehenden Produkt mit der altmexikanischen Bezeichnung ”Schokolade” bereits im

17. Jahrhundert stark aphrodisierende Wirkungen zugeschrieben wurden. Getrunkene Schokolade erschien der Epoche als Gegenstück zum weitverbreiteten Kaffee, der als körperfeindlich und antierotisch galt. Was der Kaffee dem Geist gibt, das nimmt er dem Körper, so die zeitgenössische Ansicht. Umgekehrt die Schokolade, mit Nährstoffen für Körper und Potenz. ”Man suchte Stärkung für gewisse Pflichten durch die Schokolade...” , so umschreibt ein Text Ende des 17. Jahrhunderts diese Wirkung. Ein anderer Aspekt: Phenylethylamin, ein wesentlicher von vielleicht 1000 verschiedenen Botenstoffen, die bei Verliebtheit endokrin ausgeschüttet werden. Dieses körpereigene Amphetamin soll nach neueren Forschungen in der Lage sein, Verliebte in rauschartige Zustände zu versetzen und Sehnsucht nach dem Partner zu erzeugen. ”Liebe” als Ergebnis biochemischer Prozesse, eine unromantische Vorstellung, Die Wirkung des Phenylethylamins hält zwar meist nicht lange an, erstaunlich aber: auch Schokolade ist reich an diesem Stoff, der über Rezeptoren im Darm auch auf diesem Weg zu Wohlgefühl führt. Vielleicht eine Erklärung für die Schokogier nicht weniger Zeitgenossen. Schokolade als Kompensationshilfe libidinöser Bedürftigkeit? - zweifellos eine interessante Hypothese. ”Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann...”, so sang die Schlagersängerin Trude Herr schon vor vielen Jahren. Leider scheint es sich bei Gisela im Moment noch genau andersherum zu verhalten...


Nach einem unerwartet langen Aufstieg stehen wir dann nach fünf Stunden endlich am Gipfel. Fürs Spuren erhalte ich ein Gipfelbussi auf die Backe und wende ihr vorsichtig auch die zweite hin, die anstandslos geküßt wird. ”Das läuft ja wie geölt...” denke ich mir. Nebenbei äußert sie ihre Bewunderung über mein Spuren auf dem ganzen langen Anstieg. ”Recht hat sie, das war wirklich eine große Leistung...”, sagt meine innere Stimme. Einmal mehr ergehe ich mich jedoch in Bescheidenheit und entgegne lediglich, daß der Schnee so tief ja nun auch nicht gewesen sei...

Nach einem den bewältigten Höhenmetern angemessenen Abendessen nehmen wir in der Pension noch ein paar Bier zu uns und auf einmal hat sie einen Schwips, der sich leider nur in grundlosen Kicherattacken äußert. Am ersten Tag empfiehlt sich aber in jedem Fall Zurückhaltung und so ziehe ich mich müde und zufrieden in mein Bett zurück.

Am nächsten Tag zum Frühstück beginne ich den Tag mit einem frischen Duft: ”Manhattan” steht auf dem Probefläschchen. Die Pensionswirtin versorgt uns rührend, während wir uns in dem kleinen, kitschig möblierten, leicht muffelig riechenden Aufenthaltsraum vom Bergwetterpanorama unterhalten lassen. Am Abend, nach einer gelungenen Tour auf das Filzmooshörndl, mache ich für den geplanten Discobesuch alles klar. Jetzt oder nie: ”Obsession” von Calvin Klein wird in verschwenderischer Dosis auf geeignete Stellen nahe der Halsschlagader aufgetragen... Ich weiß genau: wenn ich eine Frau wäre, höchstens drei Minuten könnte ich diesem Duft widerstehen, bevor ich mich als willenloses Opfer archaischer Begierden auf den Verströmer stürzen müßte. Gisela erscheint in einer affenscharfen grünen Hose, deren Schnitt offensichtlich auf eine besondere Betonung des Pos ausgelegt ist. Dazu trägt sie einen weißen Kuschelfaserpelz mit Zipverschluß mit der Aufschrift ”belmodo” oder so ähnlich und darunter in kleinerer Schrift, sodaß es nicht gleich jeder lesen kann: ”sensitive”. Als Psychologe ist mir der vielleicht unbewußte Aufforderungscharakter ihrer Kleiderwahl natürlich sonnenklar, beinahe wäre ich jetzt schon nervös geworden...


Aber zunächst fahren wir erst einmal in ein Wirtshaus zum Abendessen. Kaum sitzen wir, nehmen die Skihasen an den Nachbartischen auch schon Witterung auf und werden zunehmend unruhig. ”Obsession” der Name sagt alles... Eindeutige Blicke signalisieren Kopulationsbereitschaft (ein blödes Wort). Ich bemühe mich aber, so zu tun, als ob ich nichts bemerkte. Nur Gisela ist offensichtlich kein olfaktorischer Nasentyp und behandelt mich höflich und begierdelos wie immer. Beim guten Essen unterhalten wir uns nett, auch philosophisch über die Problematik von Willensfreiheit versus Determinismus, ohne uns aber einigen zu können. Gisela scheint im Gegensatz zu mir von der Willensbestimmtheit, um nicht zu sagen -Kontrolliertheit ihres Hamdelns sehr überzeugt zu sein. Bevor es Ärger mit den eifersüchtigen Begleitern der anwesenden Damen gibt, verlassen wir zum Glück die Lokalität.

In die Disco freut es uns beide nicht mehr so recht, wir fahren lieber zur Pension zurück. Um ihr Unterbewußtes einzustimmen lege ich eine Cassette ein: ”Orgie im Banktresor” von der Biermösl Blosn: ”...die Wertanleihen sind voll in action, Aktien schreien satisfaction, alles stöhnt und keucht im Chor: Orgie im Banktresor...”, so tönt es aus den wattstarken Lautsprechern meines Sportcoupes. Zurück in der Pension lädt sie mich sogleich in ihr Zimmer ein und nach kurzer Zeit sind wir schon im Bett. Genauer gesagt, sie liegt unter der Decke und ich sitze am Fußende. Zu zweit trinken wir eine Flasche Zipfer Urtyp und ich versuche gerade, ihr die Gedanken von , -ich denke es war Schopenhauer-, über die scheinbare Absichtlichkeit im Schicksal des Menschen nahezubringen, da passiert etwas völlig unerwartetes: Sie lächelt mich an, greift blitzschnell nach ... einer Tafel Schokolade und beginnt mich, den am Fußende sitzenden, zu füttern. Eine ganze Tafel Ritter Sport Trauben- Nuss drücken wir zu zweit in kürzester Zeit weg...


Es ist wie aus dem Lehrbuch: ihr Verhalten kann nur als klassische Übersprungshandlung interpretiert werden. Gerade noch konnten unerwartet starke Über-Ich Strukturen die aufbrechenden Es-Impulse in Schranken halten und den ”normalen” Handlungsablauf, - die aufgestauten Energien, in Schokolade-Essen umwandeln bzw. abreagieren... Tja, sehr interessant... Mit Nachlassen des Über-Ich und Zunahme von ”Es-Libido” war nach derzeitigem Forschungsstand auf jeden Fall zu rechnen. So beschließe ich, nicht gegen psychologische Grundgesetze zu handeln, sondern lieber noch einen Tag zuzuwarten, nach dem taoistischen Motto: durch Nichttun wird alles getan. Oder frei nach Gustaf Harder in anderen Worten: setz dich an den Fluß und warte bis die Leiche deines Feindes vorbeischwimmt... Wieder gehe ich müde und zufrieden ins Bett.

Am dritten Tag beskibergsteigen wir den Frauenkogel, dessen 700 Meter hohe Ostflanke wir am Tag zuvor durch das Fernglas bewundert hatten. Der letzte Hang scheint kein Ende nehmen zu wollen, zudem weht ein kalter, am Gipfel dann eisiger Wind. Als Meister in der Auswahl der besten Brotzeitplätze, als der ich mich ausnahmsweise ohne falsche Bescheidenheit bezeichnen darf, trete ich eine kleine Plattform in der windgeschützten Steilflanke unterhalb des Gipfels aus. Andere Bergsteiger sind auch schon da, sogar Frauen, doch Gisela ist einmal mehr die schönste. Mein Austreten des Brotzeitplatzes aktiviert bei ihr offenbar eine Art Nestbauinstinkt. Sogleich kommt sie mir mit ihrer Lawinenschaufel, die sie seit drei Tagen gegen mein Anraten durchs Gebirge trägt, zu Hilfe. In kürzester Zeit ist eine Plattform ausgehoben, die für zwei Personen schon beinahe wieder zu groß ist...


Als wir das so sitzen, sie mit ihrem Pfefferminztee aus der Thermosflasche, ich mit meiner Bierflasche, will auch die Sonne nicht länger hinter Wolkenschleiern sein. Freundlich scheint sie auf uns nieder und verwöhnt uns mit ihren Lichtkorpuskeln. Die Gunst des Augenblickes nutzend mache ich noch einmal den Schokoladentest, diesmal mit Ritter Sport Olympia. Die Reaktion ist nicht so überschwenglich wie auf Nougat, zumindest bei oberflächlicher Betrachtung. Kurz darauf entgeht meiner Achtsamkeit jedoch nicht, wie sie mich auf das freundlichste anlächelt und dabei ruckartig die Augenbrauen nach oben zieht. Aus weiten Augen sieht sie mich an, senkt dann den Blick, wobei sie noch während des Senkens den Kopf in einem Winkel von etwa 45 Grad seitlich nach unten neigt, so als wollte sie mir den Biß in die ungeschützte Arteria carotis gestatten. Genau das beobachtete Irenäus Eibl-Eibesfeldt schon vor Jahren an einer Vielzahl von Frauen, die die Annäherung suchten oder zumindest zuließen. Tja, die Welt ist eine Damenwahl, unser Skiausflug bestätigt nur die neuesten Erkenntnisse der Humanethologie... Eigentlich ahnte ich ja immer schon, was der amerikanische Psychologe David Buss kürzlich in einer internationalen Studie an über 10 000 Frauen bestätigen konnte.

Der Gipfelhang: viele hundert Meter hoch, in gleichmäßiger Neigung etwa 35 Grad steil, ohne jedes Hindernis. Da wo es am steilsten ist und noch keine Spur, fahre ich gerade hinunter. Der Hang bietet den Höhepunkt des Urlaubs, - zumindest aus skisportlicher Sicht. 30 cm gleichmäßiger Pulverschnee auf einer verfestigten Unterlage, sonnenbeschienen und dutzende, hunderte weißer Gipfel ringsum. Der Eingeweihte ahnt, was Worte nicht mehr sagen können. Außer Atem bleibe ich stehen und schaue zu Gisela hinauf, die heute ungewöhnlich rasant und elegant unterwegs ist.


Auffallend: ihr ausgeprägter Hüftknick am Gipfelhang. Ob sie wohl die neuesten Forschungsergebnisse kennt und das absichtlich macht, wissend, daß der Männerblick unbewußt besonders auf die Körperbereiche der Frau gerichtet ist, die am meisten Rückschlüsse über ihr Fortpflanzungspotential ermöglichen: Brust und Gesäß...

Untersuchungen mit modernen Kameras, die die Richtung und Dauer von Blicken zu messen in der Lage sind, hatten das eindeutig ergeben. Vielleicht ahnt sie unbewußt um die männliche Bevorzugung bestimmter weiblicher Taillen-Hüft-Verhältnisse. Der Knick demonstriert in jedem Fall unmißverständlich, daß Gisela dem optimalen Wert von etwa 0,7 verdammt nahe kommt. Auch das ein Signal für hohes reproduktives Potential. Nur wenige Belesene aber wissen wohl, daß dieses Verhältnis nicht nur etwas mit Schönheit zu tun hat, sondern auch mit einer geringeren Anfälligkeit für Herzleiden, Typ II Diabetes, Gallenleiden, Karzinomen und einem optimalen Geschlechterhormonprofil (niedrige Testosteron-, hohe Östrogenwerte). Nur kurz habe ich Zeit, über die Bedeutungsschwangerheit der Natur zu sinnieren, da steht sie auch schon neben mir.

Sie wedelt gleich weiter und während ich ihr voller Bewunderung nachschaue, denke ich darüber nach, was ich von dem ganzen halten soll. Selbstverständlich weiß ich um die Gefahr, daß Männer dazu neigen, Signale der Frauen überzubewerten, oder anders gesagt, Signale zu sehen, wo überhaupt keine sind...Weiter unten am Hang ziehe ich meinen Anorak aus. Sollte es aber ein Zufall sein, daß Gisela neben mir ihre Lippen netzt, sich durchs Haar fährt und auch noch den Mund zur Schmolle formt. Lip lick, hair flip und lip pout: hätte ich mich nicht einmal zufällig mit der Körpersprache des weiblichen Flirtverhaltens beschäftigt, ich hätte das alles wohl glatt übersehen...


Zurück in der Pension ist es dann soweit: andere Gäste sind eingetroffen und der Platz wird knapp. Die andere Hälfte des Doppelbettes in Giselas Zimmer ist bereits überzogen... Nach einem hervorragenden, wieder überreichlichen Abendessen und nach der dritten Tour in Folge sind wir dann aber beide, -ich noch mehr wie sie-, so richtig müde. Dennoch hält sich Gisela heute auffallend lange im Bad auf, macht sich offenbar so richtig schön... Leider werde ich, bevor sie wieder herauskommt, von einer Müdigkeitsattacke übermannt, die mich ganz plötzlich in einen bis zum hellen Vormittag dauernden traum- und hormonlosen Tiefschlaf versetzt.

Am nächsten Tag ist das Wetter schlecht und der Urlaub aus.

Die Geschichte endet hier wie ein i ohne Pünktchen... Der Urlaub war um eine Idee zu kurz.

Aber: einen Tag länger wenn wir geblieben wären, ich hätte für nichts garantieren können.



LITERATUR

Bönnen, R.: Flirten – aber wie. Reihe: Psychologie und Lebenshilfe. Humboldt 1994

Buss, D.: Evolution des Begehrens. Kabel Verlag 1995

Grammer, K.: Signala der Liebe. Die biologischen Gesetze der Partnerschaft.

Hoffmann und Campe 1995.

Koch, E.: Die Kunst der Verführung. In: ZEIT-Magazin Nr. 21 vom 20. 5. 94, S. 24f.

Reutler, B. H.: Körpersprache verstehen. Humboldt 1995.

Schivelbusch, W.: Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft. Eine Geschichte der Genußmittel.

Hanser Verlag 1981.

DER SPIEGEL 16/1995, S. 176 f.: Urknall der Hormone.



Bilder 

1 Auf den Weinschnabel (2754 m), ein komischer Name für einen Berg, führte noch keine Spur.
2 Gisela im Aufstieg
3 Meine Wenigkeit
4 Am nächsten Tag gings auf´s Filzmooshörndl.
5 Unkompliziertes Skigelände
6 Mit Selbstauslöser machten wir ein Gipfelfoto.
7 Abfahrtsspuren im Pulverschnee.
8 Pausen an warmen Holzhüttenwänden waren obligatorisch.
9 Gisela im Bett.



Meine Bergkameradin Gisela verunglückte im Oktober 1997 durch Steinschlag tödlich.