Homepage von Albert Hirschbichler

Geschichten und Bilder

Anmerkung

Am Montag 30. 7. 2018 wurde im Reichenhaller Tagblatt vermeldet, dass das eingestürzte Brückchen über den Weissbach erneuert wurde. Eigentlich wollte ich schon ein Jahr zuvor, als das eigentlich völlig glimpflich abgegangene "Unglück" deutschlandweit für Schlagzeilen sorgte (auf wessen Betreiben?), einen Kommentar dazu verfassen, kam dann aber doch nicht dazu. Die Umstände des Einsturzes siehe unten. 

Als angemessene Reaktion auf das Ereignis von Seiten der Beteiligten hätte  ich mir die Selbsterkenntnis vorstellen können, dass es wohl keine besonders gute Idee war, 40 Jugendliche (in anderen Berichten ist von 50 die Rede), auf dem Steg aufzustellen. Davon keine Spur. Was aber die Redakteurin einer Zeitung aus dem Herkunftsort der Gruppe sich nicht entblödete in einem Artikel vom 

17.10 2017 zu schreiben (Zitat: "Rasch war auch die Polizei im Camp. Kern und Betreuer Franz Gineiger, selbst Polizist, fuhren mit einer Streife zum Unglücksort. Denn die JFGler hatten die Sorge, dass womöglich ein Gemeindemitarbeiter in der Zwischenzeit ein Warnschild aufstellt: „Benutzung auf eigene Gefahr“. Aber ein Warnschild stand dort nicht, als Polizei und JFG-Mitglieder eintrafen"). 

ist nichts anderes als eine Frechheit. Im nächsten Jahr (also heuer) hat die  Jugendgruppe vor, wieder in Inzell aufzulaufen. Dass der Schneizlreuther Bürgermeister unter diesen Umständen vermutlich wenig Lust hat, der Gruppe "Schnitzel ins Camp zu bringen", 

wie es sich der Oberbetreuer in dem Artikel wünscht, kann vermutlich nicht nur ich gut verstehen.

Aber nun zum Kommentar in der Samstagsausgabe 4./5. August 2018 im Reichenhaller Tagblatt. 


Leserbrief zu

„Unglücksbrücke erneuert“

am Montag 30. Juli 2018

 

Da kann man sich nur wundern...

Ein Jahr ist es nun her, dass der Einsturz einer Fußgängerbrücke über den Weißbach

im Gemeindegebiet von Schneizlreuth deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt hat.

Ein Jahr später bleibt nun immer noch die Frage, wie weit bei den angeblich zahlreichen Betreuern jeglicher gesunde Menschenverstand abhanden gekommen sein muss, wenn 40 Jugendliche für ein Foto auf einem schmalen Holzbrückchen aufgestellt werden sollten.

Dass es sich dabei um einen abseits gelegenen und wenig begangenen Steg handelte, auf dem nur ein Mensch hinter dem anderen gehen kann und der völlig offensichtlich nicht dafür ausgelegt war, dass sich eine größere Anzahl Menschen darauf aufhalten, wurde schon mehrfach ausgeführt.

Die Krönung kommt aber noch: Nachdem die Jugendlichen mit Bus zurück zum Quartier gefahren waren und manche offensichtlich doch leichte Blessuren davongetragen hatten, wurde von den Betreuern über Notruf Großalarm (!) ausgelöst. So rückten (lt. Pressemitteilung BRK BGL) zu Boden 19 Sanitäter mit 9 Rettungsfahrzeugen aus dem gesamten Landkreis einschließlich Notarzt sowie die Schnell-Einsatz-Gruppen der BRK-Bereitschaften Reichenhall, Inzell, Traunstein und Siegsdorf, in der Luft der Rettungshubschrauber Christof 14 an. Lt. Pressemitteilung des Polizeipräsidium Oberbayern Süd wurden 11 Jugendliche in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. 10 wurden nach ambulanter Untersuchung und Behandlung sofort wieder entlassen, einer verblieb zur „vorsorglichen Beobachtung“ für eine Nacht im Krankenhaus. Auf bayerisch möchte man sagen: „das hat sich wieder rentiert!"

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zum Unfallhergang und zur Unfallursache (anders gesagt nach den „Schuldigen") sind nun ein Jahr später immer noch nicht abgeschlossen. Die Jugendlichen und ihre Betreuer müssen sich aber keinerlei Sorgen machen, „in diese Richtung bestehen keinerlei Verdachtsmomente" vermeldete ein Zeitungsartikel aus der Region, wo die Gruppe herkam, bereits im Oktober 2017.

„Hätte ich gewusst, dass die Brücke so schlecht beieinander ist, wäre kein einziger von uns daraufgegangen“, gab ein Betreuer in dem besagten Artikel zum besten. Nun ja, einen (oder fünf) Jugendliche hätte das Brückchen leicht ausgehalten. Aber nicht 40. Komisch dass da keiner draufgekommen ist!