Homepage von Albert Hirschbichler

Geschichten und Bilder

Von Scharnitz zum Karwendelhaus

(4./5. 8. 2018) 

Eins der Karwendeltäler von Scharnitz aus zu befahren war schon lange ein Plan von mir. Im August schienen Wetter und Gesamtverfassung zu passen. Also los! Nach gut 2 Stunden Anfahrt um 8.45 Uhr Start in Scharnitz (950 m). 


1      Am Anfang gehts erst mal etwa 200 Höhenmeter bergauf, bevor man nach einer längeren leichten Gefällstrecke den     

        Talboden des Karwendeltales erreicht. Zunächst ist es noch angenehm kühl, was sich bald änderte.

2      Entlang des Karwendelbaches geht es ins Tal hinein, das zunehmend breiter und grüner wird. 

3      Gegen Ende des Tales: Von oben schaut schon das Karwendelhaus herunter, sieht nicht weit aus, aber da 

        täuscht man sich.  450 Höhenmeter müssen erst noch gekurbelt werden.

4/5  Da ist´s noch ziemlich flach. 

6      Am Ende der Wiese, bevor das Sträßchen in Serpentinen übergeht, legten wir eine Pause ein. Blick talauswärts. 


1   Die Steigung auf den letzten Kilometern beträgt ziemlich durchgehend 10%. Die Hitze in der Mittagszeit 

     war beträchtlich. Blick zurück von weiter oben. 

2   Endlich kommen wir auf der Almfläche über dem Wald raus. 

3   Die Hochalm mit Kapelle liegt wahrlich wunderbar

4   Die Hütte naht. 

5   Das Karwendelhaus (1771 m), erbaut in luftiger Lage am Steilhang unter der Birkkarspitze (2749 m). 

     Um 13.30 Uhr waren wir oben. Schieben war nicht nötig. 

6   Tiefblick ins Karwendeltal, wo wir herkamen. 


Pläne, am Karwendelhaus zu übernachten, wurden, da es noch früh am Tag war, verworfen. Nach einer ordentlichen Pause mit Kaspressknödelsuppe und Weissbier ging es weiter. Die wenigen Meter zum höchsten Punkt am Hochalmsattel (1803 m) waren

leider so steil und schottrig, dass Schieben auf ein paar Metern nötig war, was von ein paar kräftigen Wanderern, die gerade 

vorbei kamen, gern erledigt wurde. 


1   Blick vom Hochalmsattel zu den Laliderer Wänden. Ewig ist´s her, dass ich mal die Nordverschneidung (VI) beging. 

     Vom Klettern weiß ich nichts mehr, nur dass dem Kameraden kurz unter dem Gipfel noch ein Stein auf die 

     Schulter fiel. Dort oben möchte ich mal einen Sommer Kuh sein. 

2   Der Weg zum kleinen Ahornboden runter war unerwartet schlecht, nicht steil aber auf weiten Strecken grober Schotter. 

     Angst hatte ich, mir einen Platten zu fahren, so fuhr ich meist bloß Schrittgeschwindigkeit. 

3   Über dem Laliderer ziehen Wolken auf, "zu uns kommt das nicht" dachte ich. Wenig später blitzte und krachte es. 

     Das Gewitter war kurz und heftig, kein Platz zum Unterstellen, wir fuhren einfach weiter. Nass wird jeder, aber 

     weil ein Handrad kein Schutzblech hat, wird der Fahrer zudem ziemlich dreckig. Egal. Bald schien wieder die Sonne. 

     Vorbei am Kleinen Ahornboden, ging es auf der nun viel besser befahrbaren Forststraße durch das Johannestal in 

     Richtung Risstal. Einige unerwartete Gegenanstiege nerven noch, bevor wir endlich auf der Asphaltstraße in die Eng      

     herauskommen. Nach Hinterriss ist´s von dort nicht weit und auch nach Vorderriss geht´s meist bergab. 

     Vorderriss an 17.30 Uhr. Für heute reicht´s erst mal. 

4   Jetzt muss nur noch der Dreck ab, dafür war die Isar gerade recht. 


Nach opulenter Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme bezogen wir ein Touristenlager im Gasthaus Post. Meine Hoffnung 

so müde zu sein, dass ich das Schnarchen der anderen zehn Schläfer im Raum nicht hören würde, erfüllte sich nicht. 

Frühstück gab´s noch keins als wir am nächsten Tag um 6.45 starteten. 


5/6   Durchs Tal der Isar (Bild) nach Wallgau und weiter über Krün und Mittenwald nach Scharnitz (30 km). 

        Eine (für einen Handradfahrer) große Tour ist zu Ende. 


Daten

Tacho oder GPS-Gerät wurde nicht mitgeführt, darum keine genauen Angaben möglich. Realistisch: 

Tour gesamt 80 km 

Tag 1:   50 km und gesamt über 1000 Höhenmeter

Tag 2:   30 km 

Straße von Scharnitz bis Karwendelhaus vom Zustand her für Handbike  gut befahrbar, die Piste vom 

Hochalmsattel zum Kleinen Ahornboden hinunter ist schlecht befahrbar (grober Schotter). 

Begleiterin: Ingrid (mit Citybike und schmalen Reifen). 

Keine Panne und nur ein kleiner Sturz vom Hochalmsattel ins Risstal runter sind unter 

diesen Umständen für eine weibliche Person keine Selbstverständlichkeit.